Versichert gegen Terrorismus & politische Gewalt

Insurance Against Terrorism & Political Violence

9/11, die Madrider Zuganschläge, die Attentate auf die Manchester Arena oder die Londoner U-Bahn: Der moderne Terrorismus hat viele Gesichter und entwickelt sich ständig weiter. Doch erst seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine steigt die Nachfrage nach Versicherungen gegen Political Risk & Violence merkbar an.

Terroranschläge, Streiks, gewaltsame Proteste gegen Missstände und andere politisch motivierte Unruhen können Menschenleben kosten und direkte oder indirekte Auswirkungen auf Unternehmen haben. Eine Versicherungspolizze kann das menschliche Leid zwar nicht mindern, aber Unternehmen dabei helfen, Sachschäden auszugleichen, den Wiederaufbau zu ermöglichen und schnell zum Normalzustand zurückzukehren. Die Versicherungspolizze minimiert finanzielle Verluste aufgrund von Betriebsunterbrechungen, Mietausfällen oder Reputationsverlust.
 
In vielen europäischen Unternehmen ist die Versicherung gegen Terrorismus und politische Gewalt noch nicht richtig angekommen. Sie wird nach wie vor als Nischendeckung gesehen, obwohl sie inzwischen oft von finanzierenden Banken und Investoren verlangt wird. Trotz internationaler Großereignisse wie 9/11 oder den Terror-Anschlägen in europäischen Großstädten ist es zu keiner nennenswerten Nachfrage und keinem Preisanstieg für politische Risiken auf den internationalen Deckungsmärkten gekommen.
 
Das hat sich nur wenige Tage nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine sukzessive geändert. Die Nachfrage von Political Risk & Violence-Deckungen steigt. Unternehmen wollen auf Nummer sicher gehen und sind bereit, höhere Prämienkosten in Kauf zu nehmen. Auf der anderen Seite hat der Krieg in der Ukraine den Deckungsmarkt schrumpfen lassen – die gute Nachricht: er ist dennoch weitgehend intakt.

Infrastruktur als Angriffsziel No. 1

Kritische Infrastrukturen wie beispielsweise Energie und Kommunikation gelten in der Regel als hochriskante Ziele von Terroranschlägen. Aber auch Industrieanlagen, Gewerbeimmobilien oder Tourismus- und Gesundheitseinrichtungen sind immer wieder im Fokus von Terroristen. Die Schadenpotenziale haben sich in den letzten Jahrzehnten durch die globale Verflechtung der Volkswirtschaften, durch Liefer- & Wertschöpfungsketten und die dafür notwendigen Infrastrukturen verändert. Mehr denn je können erhebliche finanzielle Verluste auch ohne eigenen Sachschaden für Unternehmen entstehen. Eine „Non Physical Damage Business Interruption“ (NPDBI) deckt beispielsweise finanzielle Verluste durch Terroranschläge, die in der Umgebung eines versicherten Standortes eintreten, dabei jedoch keinen Sachschaden an diesem Standort verursachen.
 
Zudem besteht das Risiko, zur Verantwortung gezogen und zum Schadenersatz verpflichtet zu werden, wenn keine ausreichenden Sicherheits- oder Schutzmaßnahmen ergriffen werden, um das Leben und Eigentum anderer, beispielsweise das der Arbeitnehmer, zu schützen. Spezielle Terrorismus-Haftpflichtversicherungen sichern solche Haftungspotenziale von Unternehmen ab.

Risikoanalyse, die Basis für den Risikotransfer

Terrorversicherungen sind meist sogenannte „named perrils“ (= Deckung genannter Gefahren). Das bedeutet, ein Versicherungsschutz besteht nur für die vertraglich vereinbarten Gefahren oder Ereignisse zum Schutz der dokumentierten Vermögenswerte und Bruttogewinne.
 
Um eine bedarfsgerechte Deckung sicherzustellen, ist daher eine Risikoanalyse erforderlich. Mögliche Bedrohungsszenarien sind zu beleuchten und deren Auswirkungen bzw. Schadenpotenziale zu erarbeiten. Ziel ist es, die Auswirkungen eines Schadenereignisses weitgehend abzusichern.

Die Risikospezialisten von GrECo erarbeiten für ihre Klienten maßgeschneiderte Versicherungslösungen in diesem Bereich. Ein wesentlicher Aspekt ihrer Beratung zu speziellen Deckungskonzepten ist es, eindeutige Grenzen zu anderen, konventionellen (All Risk) Sachschaden- und Betriebsunterbrechungsversicherungen zu ziehen und Überschneidungen oder versicherbare Deckungslücken zu vermeiden.

Die Krux liegt im Detail

Nicht alle Risikopotenziale bzw. Ereignisse können versichert werden. Ein wesentlicher Deckungsausschluss ist der sogenannte Weltkriegsausschluss. Das bedeutet, wenn ein Krieg zwischen mindestens zwei der fünf Weltmächte – USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich – ausbricht, besteht kein Versicherungsschutz. Auch Cyber-Terrorismus ist von der Deckung ausgeschlossen.
 
Baubranche und Bau-Projektmanager aufgepasst! Terrorismus & politische Gewalt sind in der Regel durch Baupolizzen nicht gedeckt. Deckungen für Streiks, Unruhen und Aufruhr (SRCC-Deckungen) werden von Versicherern mit Sublimit angeboten. Solche Deckungen unterliegen häufig einem Sonderkündigungsrecht des Versicherers, das jederzeit angewendet werden kann.
 
Unsere Experten der GrECo Specialty beraten Sie gerne dazu!

Zviadi Vardosanidze

Group Practice Leader Energy, Power and Mining

T +43 664 962 39 04