Die Digitalisierungsreise für Versicherungsunternehmen begann in den frühen 2000er Jahren. Aber erst im letzten Jahrzehnt hat sie richtig Fahrt aufgenommen.
Die traditionelle Versicherungswirtschaft – mit Ausnahme führender Rückversicherer – nimmt moderne Technologien erfahrungsgemäß eher langsam an, aber der zunehmende Wettbewerb mit Tech-Startups, der schnelle Wandel in der Risikolandschaft und die sich ändernden Kundenerwartungen haben die digitale Transformation vorangetrieben.
In den frühen 2000er Jahren begannen Versicherungsunternehmen mit digitalen Technologien, wie Online-Kundenportalen und E-Commerce-Plattformen zu experimentieren. Diese frühen Bemühungen konzentrierten sich hauptsächlich auf die Bereitstellung grundlegender Online-Dienste für Kunden.
Digitale Technologie spielt jedoch eine entscheidende Rolle bei der Erhöhung der Risikotransparenz und der Beschleunigung von Prozessen. Damit lassen sich viele Aufgaben automatisieren, wie z. B. die Schadenbearbeitung, aber auch das Underwriting, d. h. die Risikobeurteilung und das Festlegen der wesentlichen Parameter im Risikotransfer. Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen können Daten analysieren, Muster erkennen und Vorhersagen bilden, sodass Versicherer rascher und fundierter Entscheidungen treffen können.
ChatGPT & Co. als Co-Pilot in der Schadenanalyse?
Ericson Chan, Chief Information and Digital Officer von Zurich bestätigte in einem Interview mit der Financial Times[1], dass seine Versicherungsgruppe derzeit den Einsatz dieser KI Technologie untersucht, z. B. für das Extrahieren von Daten aus Schadenbeschreibungen und anderen Dokumenten. Dazu werden die Schadendaten mehrerer Jahre eingespeist, um gezielt Schadenursachen zu analysieren, um Ableitungen für die Risikobeurteilung zu treffen.
Teilweise bremsen jedoch noch bestehende Organisationsstrukturen und Prozesse die technologischen Entwicklungen und die Monetarisierung von Daten in der Branche. Versicherer verwenden auch traditionell statistische Beweise aus der Vergangenheit, um Vorhersagemodelle für die Zukunft zu erstellen. Dieses Konzept wird aufgrund des sich schnell ändernden Umfelds und der technologischen Durchbrüche zunehmend fehlerhaft und veraltet.
[1] Financial Times ǀ Ian Smith, Insurance Correspondent, March 24, 2023
Mit digitalen Tools gegen Klimarisiken wappnen?
Tatsächlich gehen hier verschiedene Rück- und Erstversicherer neue Wege. Mit digitalen Lösungen werden Naturkatastrophen- und Klimarisiken nicht nur für heute, sondern mit unterschiedlichen Klimaszenarien gleich für die nächsten Dekaden modelliert. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag „Herausforderung Klimakrise“ der Swiss Re.
Die jüngsten technologischen Entwicklungen lassen jedenfalls den Rückschluss zu, dass auch die Versicherungsbranche auf ihrer Digitalisierungsreise weitere, neue Geschäftsmodelle und Prozesse zum Wohl ihrer Kunden entdecken wird.
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