Stark durch Wandel: ADLERs Erfolgsformel über Generationen

Maria Christina Sorko

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Im Gespräch mit Mathias Leitner, Account Manager bei GrECo, erzählt Claudia M. Berghofer, Leitung Unternehmenskommunikation bei ADLER-Werk Lackfabrik, wie das Tiroler Familienunternehmen mit Pioniergeist, Umweltbewusstsein und einem klaren Leitsatz jede Krise zur Chance gemacht hat.

Leitner: In den letzten 100 Jahren gab es einige bedeutende historische Ereignisse in Mittel- und Osteuropa. Wie hat sich Ihr Unternehmen an einige dieser Ereignisse angepasst und darauf reagiert?

Berghofer: Die ADLER-Werk Lackfabrik hat in ihrer nunmehr 91-jährigen Geschichte bewegte Zeiten erlebt: Gegründet durch Johann Berghofer in der wirtschaftlich schwierigen Zwischenkriegszeit, überstand das junge Unternehmen die Wirren des zweiten Weltkriegs dank der umsichtigen Führung durch die Gattin des Firmengründers Hermine Berghofer: Ihr war es sogar gelungen, bis zur Rückkehr ihres Mannes von der Front sämtliche Schulden abzubezahlen. Schon 1945 wurde das erste Automobil angeschafft. Bis dahin waren viele Aufträge mit Postkutsche und dem Fahrrad ausgeliefert worden. 1947 entstand am Ortsrand von Schwaz ein erstes Fabrikationsgebäude mit einer Jahresproduktion von 50 Tonnen, das in den 1950er-Jahren ständig erweitert wurde. Auch persönliche Schicksalsschläge, wie der viel zu frühe Tod des Firmengründers, warfen das Unternehmen nicht aus der Bahn. Im Alter von nur 25 Jahren übernahm Günther Berghofer den Betrieb und führte ihn mutig und visionär, stets nach dem Motto „Es gibt keine Krisen – nur Chancen“. Ausgerechnet in den Zeiten der Ölkrise wagte er den Bau einer modernen Lackfabrik auf der grünen Wiese. Anfang der 1990er Jahre hielten Computer im ADLER-Werk Einzug, den Umbruch in Osteuropa und den EU-Beitritt Österreichs nützte das Unternehmen zur Expansion und Gründung von Tochtergesellschaften in Deutschland, Italien, Polen, der Schweiz, Tschechien, der Slowakei und den Niederlanden. Heute ist ADLER mit 730 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Kompetenzführer in Sachen Holzbeschichtung. Rund 21.000 Tonnen Lack gehen jährlich vom einzigen Produktionsstandort in Schwaz an Kunden in über 30 Ländern weltweit.

Leitner: Wenn Sie auf das vergangene Jahrhundert zurückblicken, was waren die bedeutendsten Herausforderungen im Bereich Risikobewältigung in Ihrer Branche und wie wurden sie überwunden?

Berghofer: Die Erdölkrise in den siebziger Jahren war sicher eine der schwierigsten Zeiten: Rohstoffknappheit und Lieferschwierigkeiten konnten aber durch die gute, stets verlässliche Partnerschaft auf Augenhöhe, die ADLER seit jeher mit seinen Geschäftspartnern pflegt, überwunden werden. Eine positive Herausforderung stellte die zunehmende Bedeutung des Umweltschutzes dar. Dieser liegt ADLER besonders am Herzen: Das Unternehmen war und ist Vorreiter in der Entwicklung von Wasserlacken und arbeitet konsequent, daran den ökologischen Abdruck zu verbessern und nachhaltige Lösungen für die Kunden zu entwickeln. Als unabhängiges, bodenständiges, flexibles, innovatives Unternehmen mit einer soliden Eigenkapitalbasis manövrierte ADLER auch erfolgreich durch die Corona-Krise und die folgenden wirtschaftlichen Turbulenzen.

Leitner: Welche bedeutenden Erfindungen gab es in den letzten 100 Jahren, die Ihre Branche revolutioniert haben?

Berghofer: Die entscheidendste Neuerung war sicher die Entwicklung der umweltfreundlichen Wasserlacke: Schon seit den siebziger Jahren hatte ADLER an dieser Technologie geforscht, bereits Mitte der 1990er Jahre wurde ein vollständiges Produktsortiment auf den Markt gebracht. Seither arbeitet ADLER leidenschaftlich daran, die teils noch immer skeptischen Verarbeiter von den Vorteilen dieser modernen Beschichtungen zu überzeugen und der unumgänglichen nachhaltigen Zukunftstechnologie den Weg zu ebnen.

Leitner: Wie hat sich der Ansatz Ihres Unternehmens zum Risikomanagement im Laufe der Jahre entwickelt und welche wichtigen Lektionen haben Sie aus vergangenen Erfahrungen gelernt?

Berghofer: Ganz dem Leitspruch der Familie Berghofer „Unternehmen, nicht unterlassen“ entsprechend, war es stets ADLER-Strategie, proaktiv auf herausfordernde Situationen zuzugehen. Jedes Risiko birgt auch Chancen und es lohnt sich, gerade in schwierigen Zeiten zu investieren und vorausschauend zu wirtschaften.

Leitner: Was sind Ihre Vorhersagen für die zukünftige Risikolandschaft in Ihrer Branche und wie planen Sie, angesichts dieser Herausforderungen widerstandsfähig und innovativ zu bleiben?

Berghofer: Die wirtschaftliche und politische Lage wird immer volatiler. Globale Unsicherheit und technologische Umbrüche beeinträchtigen die Planbarkeit. Umso mehr bewährt sich der ADLER-Weg der langfristigen Partnerschaften. Wir sind als robustes Familienunternehmen vom kleinen Farbengeschäft zu einem international agierenden Industriebetrieb gereift. Dank dem großen Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit Leidenschaft und Herzblut unsere Geschäftstätigkeit vorantreiben, werden wir auch in Zukunft mit unserer Innovationskraft neue Märkte erschließen und Wachstumschancen nutzen!

Andrea Berghofer, Geschäftsführerin bei ADLER

Über ADLER Mit rund 730 Mitarbeiter/-innen ist ADLER Österreichs führender Hersteller von Lacken, Farben und Holzschutzmitteln. 1934 von Johann Berghofer gegründet, wird das Familienunternehmen heute in der dritten Generation von Andrea Berghofer geführt. Rund 21.000 Tonnen Lack verlassen jährlich das Schwazer Werk und gehen an Kunden in über 30 Ländern weltweit. ADLER hat Vertriebsgesellschaften in Deutschland, Italien, Polen, den Niederlanden, der Schweiz, Tschechien und der Slowakei; einziger Produktionsstandort ist die ADLER-Werk Lackfabrik in Schwaz / Tirol (A). Innovation und Nachhaltigkeit sind die Grundlagen der Unternehmensstrategie.

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Maria Christina Sorko
September 24, 2025