Vom EU-Beitritt bis zur Revolution durch Spanplatten – Holz-Marberger hat in über einem Jahrhundert Unternehmensgeschichte zahlreiche Umbrüche erlebt und gemeistert. Im Interview mit Mathias Leitner, Account Manager bei GrECo, spricht Geschäftsführer Gregor Marberger über die größten Herausforderungen im Risikomanagement, technologische Meilensteine der Holzbranche und warum Partnerschaften wie jene mit GrECo heute wichtiger sind denn je.
Leitner: In den letzten 100 Jahren gab es einige bedeutende historische Ereignisse in Mittel- und Osteuropa. Wie hat sich Ihr Unternehmen an einige dieser Ereignisse angepasst und darauf reagiert?
Marberger: Eine der größten Änderungen in unserer auch über 100 Jahre währenden Firmengeschichte war bestimmt der Beitritt von Österreich zur europäischen Union, der uns weitreichenden Zugang zu umliegenden Märkten ermöglichte. Neben sortimentsmäßigen Anpassungen mussten wir auch unser Rechnungswesen sowie den Vertrieb auf diese neuen Gegebenheiten anpassen.
Leitner: Wenn Sie auf das vergangene Jahrhundert zurückblicken, was waren die bedeutendsten Herausforderungen im Bereich Risikobewältigung in Ihrer Branche und wie wurden sie überwunden?
Marberger: Der allgemeine Trend zur Verschärfung von Standards in der Holzbranche stellt eine große Herausforderung dar. Durch Großschadensereignisse im Industriebereich werden auch die Teile der Branche, die weniger risikoträchtige Tätigkeiten durchführen (Eingriffe ins Material sind bspw. anfälliger für Brandereignisse als die reine Materiallagerung) in den Fokus der Versicherer gerückt, weil eben Teil der Holzbranche.
Leitner: Welche bedeutenden Erfindungen gab es in den letzten 100 Jahren, die Ihre Branche revolutioniert haben?
Marberger: Verschiedene Entwicklungen speziell im Bereich Holzwerkstoffe haben die Holzbranche in den letzten Jahren revolutioniert, etwa die Einführung der Spanplatte oder von Mehrschichtplatten.
Leitner: Wie hat sich der Ansatz Ihres Unternehmens zum Risikomanagement im Laufe der Jahre entwickelt und welche wichtigen Lektionen haben Sie aus vergangenen Erfahrungen gelernt?
Marberger: In den letzten Jahren konnten wir uns kontinuierlich an Vorgaben der Versicherungswirtschaft anpassen – was vor 20 Jahren noch als branchenüblich und nicht risikoreich galt, ist heute unter Umständen nicht mehr mit aktuellen Standards zu vereinbaren. Für diese Sensibilisierung und risikomäßige Neuausrichtung haben wir mit GrECo einen zuverlässigen Partner an unserer Seite.
Leitner: Was sind Ihre Vorhersagen für die zukünftige Risikolandschaft in Ihrer Branche und wie planen Sie, angesichts dieser Herausforderungen widerstandsfähig und innovativ zu bleiben?
Marberger: Generell rechne ich mit einer weiteren Zuspitzung der vorhandenen Standards über die gesamte Holzbranche hinweg – eine Differenzierung zwischen den einzelnen Sparten (Industrie, Handwerk, Handel) erwarte ich jedoch nicht, auch wenn diese den praktischen Umständen entsprechend geboten wäre. Weiters denke ich nicht, dass im Rahmen der zuvor beschriebenen Entwicklung die entsprechenden Regelwerke einfacher umzusetzen sind oder dass die Umsetzung vorgeschriebener Standards kostengünstiger wird.
Gregor und Simon Marberger, Geschäftsführung
Über Holz-Marberger GmbH Seit über hundert Jahren steht der Name Marberger für Kompetenz und Know-how rund um den Rohstoff Holz. Als regional stark verankertes und familiengeführtes Unternehmen in der vierten Generation sind wir Ihr führender Spezialist für Holz- und Holzwerkstoffe in Tirol.