Die Vorteile von Captives als alternative Risikolösung

Georg Winter

CEO

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Captives sind wie Sparbücher, auf denen Rücklagen angespart werden, die normalerweise Schäden im kleinen /mittleren Bereich – ähnlich eines Selbstbehaltes – abdecken.

Captives sind firmeneigene Versicherungsgesellschaften, die ausschließlich die Risiken des eigenen Unternehmens abdecken. Statt also eine Versicherungspolizze bei einem externen Versicherer abzuschließen, gründet ein Unternehmen eine eigene Versicherungsgesellschaft, um seine Risiken selbst zu managen. Captives sind damit auch eine Lösung für Risiken, die am Versicherungsmarkt gar nicht oder nur zu sehr hohen Prämien versicherbar sind.

Meist sind Captives als Rückversicherungsgesellschaften angelegt: Die Risiken werden bei einem Versicherungsunternehmen versichert. Tritt der Schaden ein, hält sich die Versicherung an der Captive schadlos, greift also zuerst auf die finanziellen Mittel der Captive zu. Erst danach kommen eigene Mittel des Versicherers zum Einsatz. Captives sind wie Sparbücher, auf denen Rücklagen angespart werden, die normalerweise Schäden im kleinen /mittleren Bereich – ähnlich eines Selbstbehaltes – abdecken.

Welche Vorteile bieten Captives?


Durch Captives können Unternehmen ihre Risiken besser managen und finanzieren. Nicht-versicherbare Risiken können abgedeckt werden, hohe Prämien für spezifische Risiken können gesenkt werden. Das hilft, Kosten zu reduzieren und führt zu einem besseren Risikomanagement.

  • Finanzielle Vorteile: Captives ermöglichen stabile Risikotransferkosten und optimieren den Cashflow des Mutterunternehmens. Darüber hinaus bieten sie die Möglichkeit, Kapitalreserven aufzubauen und im besten Fall auch Gewinne durch die Versicherung der eigenen Risiken zu erzielen.
  • Höheres Risikobewusstsein: Captives schaffen zusätzliche Absicherungsmöglichkeiten von Risiken. Dadurch stärken sie auch das interne Risikobewusstsein. Das so optimierte Risiko führt zu weniger Schäden, was sich positiv auf den Unternehmenserfolg auswirkt.
  • Mehr Flexibilität: Unabhängig vom traditionellen Versicherungsmarkt ermöglichen Captives, strategische Resilienz aufzubauen, indem sie die Risiken innerhalb der Unternehmensgruppe gezielt managen. Sie bieten Unternehmen die Möglichkeit, bilanzperiodenübergreifend Risikokapital aufzubauen, die Volatilität zu reduzieren und sich besser auf zukünftige, derzeit noch unbekannte Risiken vorzubereiten.
  • Erhöhte Kontrolle über Daten: Captives ermöglichen Unternehmen eine bessere Kontrolleüber versicherungsbezogene Daten und Strategien.
  • Förderung von Innovation: Innovationen wie die Anwendung neuer Technologien sind in aller Regel nicht klassisch versicherbar. Das hemmt Innovation und beeinträchtigt die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Hier kommen Captives ins Spiel: Sie ermöglichen es, auch bisher nicht bekannte Risiken zu versichern und wirken sich dadurch positiv auf Forschung und Entwicklung sowie den Wirtschaftsstandort Österreich aus.
     

Georg Winter

CEO GrECo Group

T +43 664 962 39 06

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Oktober 7, 2024